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Mai – Höchste Zeit für deine Lizenz zum Verpacken!

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8. Mai 2019

Heute gibt es einen (bezahlten) Gastbeitrag von den Kollegen von Lizenzero. Ich glaube für viele ist das Thema “Lizenzierung” noch nicht vollständig durchdacht/verstanden also lest euch das ruhig mal in Ruhe durch – Auch ich konnte nochmal etwas lernen. Also viel Spaß 🙂

Mai – Höchste Zeit für deine Lizenz zum Verpacken!

Als Onlinehändler solltest du vom neuen Verpackungsgesetz (VerpackG) bereits gehört haben. Nein? Dann wird es höchste Zeit, denn seit dem 1. Januar 2019 verpflichtet es ausnahmslos jeden Händler (online und stationär gleichermaßen), der in Deutschland gewerbsmäßig verpackte Waren an Kunden versendet, seine Verpackungsmaterialien per „Lizenzentgelt“ bei einem sog. dualen System zu beteiligen. Konkret gemeint sind damit Verkaufsverpackungen: Das sind alle Verpackungen, die letztlich beim privaten Endverbraucher im Abfall landen, also Produkt-, Service- und Versandverpackungen (inkl. Polster- und Füllmaterial). Das Ziel ist es, die Recyclingquoten in Bezug auf Verpackungsabfälle deutlich zu erhöhen und Wertstoffe somit noch stärker im Kreislauf zu führen. Mit dem Lizenzentgelt können diese Abfälle durch die dualen Systeme abgeholt und sortiert werden, um anschließend fachgerecht recycelt zu werden.

Du meinst, das geht dich nichts an? Sicher? Lies besser erst mal weiter…

Als Faustregel gilt immer: Wenn du eine Verkaufsverpackung erstmalig mit Ware befüllst und diese in Richtung des privaten Endkonsumenten vertreibst, von dem sie letztlich als Abfall entsorgt wird, bist du nach dem VerpackG verpflichtet, diese Verpackungsmaterialien zu lizenzieren. Das Gesetz schließt dabei alle Verpackungsmaterialien mit ein: Vom Karton über Styropor, Seidenpapier und Packband bis zur Luftpolsterfolie ist alles dabei.

Schau mal hier:

Urheberrechte/Quelle: Lizenzero

Als Amazon-FBA‘ler oder allgemein als Onlinehändler kannst du deine Ware natürlich auf unterschiedliche Weise an den Mann bzw. die Frau bringen. Im Folgenden zeige ich dir zwei konkrete Fallbeispiele:

Nr. 1: Selbst ist der Mann/die Frau! – Du vertreibst deine Ware über den eigenen Onlineshop

Du bist Onlineshop-Besitzer, bietest Waren an und versendest diese? Dann unterliegst du ganz klar und unmittelbar dem VerpackG. Beachte: Wenn du Hersteller und Händler der von dir versendeten Waren und Produkte bist, musst du sowohl die Produkt- als auch die Versandverpackungen bei einem dualen System lizenzieren. Solltest du nur der Zwischenhändler sein und somit Waren weiterschicken, verpflichtet dich das Gesetz, lediglich die Versandverpackungen zu lizenzieren, die du befüllst.

Nr. 2: Warum so viel Aufwand betreiben? – Du nutzt Marketplaces wie Amazon, eBay oder Etsy

Vielleicht nutzt du zusätzlich zum eigenen Shop oder ausschließlich einen Marketplace wie Amazon und Co., um deine Ware zu vertreiben; dann ist entscheidend, wer die Ware letztendlich verpackt und an den Kunden verschickt. Wickelt der Marketplace den Versand für dich ab oder bist du Dropshipper? Hier gilt es ein paar Regeln zu beachten:

Regel 1: Der Marketplace wickelt den Versand der Ware ab

Gemäß der VerpackG-Systematik ist hier der Fulfillment- bzw. Versanddienstleister verpflichtet, die von ihm in Verkehr gebrachten Versandverpackungen zu lizenzieren und sich bei der Zentralen Stelle zu registrieren – schließlich ist er es, der die Verpackungen befüllt und vertreibt, also als Erstinverkehrbringer fungiert. Die einzige Ausnahme ergibt sich, wenn ausschließlich du als Händler auf der Verpackung erkennbar bist – in diesem Fall liegen die VerpackG-Pflichten bei dir.

Regel 2: Du bist Dropshipper

Als Dropshipper hast du zu keinem Zeitpunkt einen physischen Kontakt zu den Waren und deren Verpackung. Das heißt, du lässt diese direkt vom Hersteller verpacken und an den Endverbraucher schicken. Gemäß Verständnis der Zentralen Stelle agierst du als eine Art „Handelsagent“ des Produzenten und bist nicht als Anlassgeber des Warenversands erkennbar. In diesem Fall bist du von der Lizenzierungspflicht befreit. Stattdessen steht der Hersteller in der Pflicht, der sowohl Produkt- als auch Versandverpackung befüllt.

Und jetzt? Easy Anleitung in zwei Schritten:

Schritt 1: Wenn du es nicht eh schon gemacht hast, solltest du dich schleunigst bei einem dualen System wie Interseroh (via dem Onlineshop Lizenzero ) anmelden und einen  Lizenzvertrag über deine voraussichtlichen Verpackungsmengen schließen, die du pro Jahr in Umlauf bringen wirst – das nennt man „lizenzieren“ oder „beteiligen“. Du kannst dich hierfür am besten an Geschäftszahlen der Vorjahre orientieren; startest du erst mit deinem Geschäft, sollte deine Schätzung an realistischen Prognosen ausgerichtet sein.

Schritt 2: Zusätzlich musst du dich über LUCID bei der neu geschaffenen Kontrollinstanz Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) registrieren. Gib dort das duale System an, bei dem du dich registriert hast, sowie die dort gemeldete Verpackungsmenge. Du erhältst eine Registrierungsnummer, die du wiederum bei deinem dualen System angibst.

Der Unterschied zur bisherigen Verpackungsverordnung ist genau diese verpflichtende doppelte Angabe. Sie soll für Fairness auf dem Markt sorgen und Trittbrettfahrer ausschließen: Mit dem durch die ZSVR bereitgestellten, online öffentlich zugänglichen Register LUCID ist eine Kontrolle über alle registrierten Händler und Hersteller möglich. Dank dieser Transparenz können faire Regeln zwischen allen Marktteilnehmern entstehen und solche belangen, die die Regeln missachten. Denn Achtung: Wer das VerpackG ignoriert oder falsche Angaben zu den zu lizenzierenden Mengen macht, dem drohen gegebenenfalls bis zu 200.000 Euro Bußgeld sowie Verkaufsverbote!

In jedem Fall wichtig:

Die Zentrale Stelle stellt auf ihrer Website Themenpapiere zu relevanten praktischen Fragen des VerpackG bereit, darunter eines, das sich explizit mit dem Onlinehandel befasst. Da die ZSVR maßgebend hinsichtlich der Auslegung des Gesetzes ist, solltest du dich an diesen Aussagen orientieren.

VerpackG: Kurz und knackig erklärt – worauf kommt es an?

Berechnungshilfe

Das Portal www.lizenzero.de stellt dir eine Berechnungshilfe zur Verfügung, mit der du deine Verpackungsmengen einfach und schnell berechnen und im Anschluss direkt lizenzieren kannst.

Ein letzter Tipp zum Happy End: Weil es sich zum Jahresanfang bzw. bei Geschäftsaufnahme ja immer nur um eine Vorausschätzung der verwendeten Verpackungsmengen handeln kann, musst du zu Beginn des Folgejahres noch die ursprünglich angegebenen Mengenangaben prüfen und den finalen Wert sowohl beim dualen System als auch bei der ZSVR melden.

Und wenn du nicht so der Lesetyp bist und dir das alles lieber nochmal als Podcast anhören willst – hier findest du unser mit dem Händlerbund produziertes Podcast-Interview: https://soundcloud.com/ohn-podcast/onair-61-das-verpackungsgesetz-was-mussen-handler-jetzt-beachten

Ich wünsche dir erfolgreiche Geschäfte!

Infos zu Ida:

Ida Schlößer ist im Onlinemarketing des Umweltdienstleisters Interseroh tätig und hat den Onlineshop für Verpackungslizenzierung „Lizenzero“ mitentwickelt. Hintergedanke des Shops ist es, die Bürokratie rund um das Verpackungsgesetz möglichst gering zu halten und hiermit vor allem kleinen und mittelständischen Händlern einen zeit- und kosteneffizienten Weg zu bieten, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Schau einfach vorbei unter www.lizenzero.de

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